Gut vorbereitet sein für das Bewerbungsgespräch
Ab in den Job – Bewerbung und Vorstellungsgespräch

Mit deiner Ausbildung oder deinem Studium hast du deiner beruflichen Zukunft eine Richtung gegeben, nun folgt der nächste Schritt: die Bewerbung um den ersten Job. Aber was erwarten Arbeitgeber? Wir geben dir wichtige Tipps für das Bewerbungsschreiben und das Vorstellungsgespräch.

Am Anfang einer erfolgreichen Bewerbung steht das genaue Lesen der Stellenanzeige, die dich interessiert: Welche Qualifikationen, welchen Schulabschluss, welche speziellen Kenntnisse verlangt das Unternehmen? Auf welchem Weg möchte es die Bewerbung erhalten – online, per E-Mail oder klassisch per Post? Und ist ein direkter Empfänger angegeben? Wenn ja, richtest du das Schreiben an ihn. Es heißt dann also nicht „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern „Sehr geehrter Herr Mustermann“ oder „Sehr geehrte Frau Musterfrau“.

Ein Tipp: Falls kein Ansprechpartner genannt wird, aber eine Telefonnummer für Rückfragen, ist es eine gute Idee, beim Unternehmen anzurufen und nach dem direkten Empfänger zu fragen. Der Vorteil: Du kannst im Anschreiben die persönliche Anrede nutzen und dich auf das Telefonat beziehen und hast eine erste Chance, einen guten Eindruck zu hinterlassen – vielleicht sogar direkt beim zuständigen Personaler.

Welche Unterlagen gehören zu einer Bewerbung?

Ob E-Mail-Bewerbung, Onlinebewerbung oder Bewerbung per Post, in jedem Fall gehören dazu:

  • Bewerbungsschreiben, auch Motivationsschreiben genannt
  • Lebenslauf mit Bewerbungsfoto
  • Zeugnisse (Schul-, Praktikums-, Ausbildungs- und/oder Hochschulzeugnisse)

Zwischen Anschreiben und Lebenslauf kann ein sogenanntes Deckblatt eingefügt werden. Es dient als Titelblatt der Bewerbungsunterlagen, ist aber nicht unbedingt erforderlich.

Wie sieht ein Bewerbungsschreiben aus?

Das Anschreiben zu deiner Bewerbung umfasst genau eine DIN-A4-Seite. Eine handschriftliche Bewerbung wird eher selten verlangt, das Schreiben erstellst du am besten mit dem Computer. Dabei solltest du dich an den Richtlinien der DIN 5008 orientieren. Sie legt den formalen Rahmen für einen Standardbrief fest, definiert also unter anderem Seitenränder, Abstände und Schriftgrößen. 

Dein Anschreiben soll zeigen, dass du für die ausgeschriebene Position geeignet und ein engagierter Berufseinsteiger bist. Folgende Punkte sollte es enthalten:

  • Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse (bitte eine seriöse Mailadresse verwenden – oder würdest du ein Schreiben von „honeybee0815“ oder „Terminator2000“ ernst nehmen?)
  • Grund deiner Bewerbung
  • Bezeichnung der Stelle, auf die du dich bewirbst, ggf. mit der in der Stellenanzeige genannten Nummer (entfällt natürlich bei einer Initiativbewerbung)
  • Zeitpunkt, zu dem du die Stelle antreten kannst
  • Gehaltsvorstellung (falls in der Stellenausschreibung gefordert)
  • Hinweis auf die Anlagen (eine genaue Auflistung ist nicht notwendig)

Ein Beispiel für ein Anschreiben findest du in unserer Broschüre „Bewerbung“.

Das Deckblatt – ja oder nein? Und wie?

Das Deckblatt kommt hinter das Bewerbungsschreiben und dient als Titelblatt für die Bewerbungsunterlagen. Es ist nicht zwingend erforderlich, gibt aber einen Überblick über deine Person und schafft Platz beim Lebenslauf. Denn die Angaben, die auf dem Deckblatt stehen, brauchst du im Lebenslauf nicht zu wiederholen.
Das Deckblatt besteht aus:

  • Titel oder Überschrift
  • Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse (bitte eine seriöse Adresse nennen)
  • Foto
  • Anlagenverzeichnis

In der Gestaltung bist du völlig frei. Das Deckblatt bietet also eine weitere Chance, sich positiv von anderen Bewerbern abzuheben. Achte aber darauf, dass deine Unterlagen einen einheitlichen, stimmigen Eindruck machen.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf wird in tabellarischer Form abgefasst. Wie beim Anschreiben gilt: Er wird mit dem Computer erstellt, wenn nicht ausdrücklich ein handgeschriebener verlangt wird. Der Lebenslauf wird auch Curriculum Vitae (CV) genannt. Er gibt ausführlich und lückenlos Auskunft über deinen bisherigen beruflichen Werdegang.

Folgende Punkte sind in einen tabellarischen Lebenslauf aufzunehmen, sofern sie nicht im Deckblatt enthalten sind:

  • Persönliche Daten (Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort)
  • Beruflicher Werdegang (chronologisch absteigend)
  • Schulische Ausbildung (chronologisch absteigend)
  • Freiwilliges Soziales Jahr / Bundesfreiwilligendienst / freiwilliger Wehrdienst
  • Ausbildung/Studium, Praktika

Auch Angaben zu besonderen Kenntnissen, Interessen, Engagements, Weiterbildungen oder Führerscheinen können sinnvoll sein. Damit kannst du zum Beispiel deine sozialen Kompetenzen belegen.

Die Gestaltung des Lebenslaufs sollte zum Anschreiben und zum Deckblatt passen.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Du wirst zu einem persönlichen Gespräch eingeladen? Sehr gut – das bedeutet, dass deine Bewerbungsunterlagen einen guten Eindruck hinterlassen haben und du in der engeren Auswahl für die Stelle bist! Nun hast du die Chance, diesen Eindruck zu bestätigen. Bereite dich also gut auf den Termin vor.

Mach dir Gedanken darüber, was du für das Vorstellungsgespräch anziehst. Die richtige Kleidung ist auch von Stelle, Branche und Unternehmen abhängig. Selbst wenn es kein Businessoutfit sein muss, erwarten deine Gesprächspartner ein gepflegtes Äußeres.

Außerdem solltest du Antworten auf folgende Fragen parat haben:

  • Warum möchtest du diesen Job haben?
  • Warum möchtest du in diesem Unternehmen arbeiten?
  • Was sind deine persönlichen Stärken?
  • Wie sehen deine Gehaltsvorstellungen aus?
  • Welche Erwartungen hast du an den Arbeitsplatz?
  • Wie flexibel bist du?
  • Welche Hobbys hast du?

Informiere dich vor dem Termin gründlich über das Unternehmen, bei dem du dich beworben hast. Weißt du beispielsweise gut über das Produktangebot, die Standorte oder die Wettbewerbsposition Bescheid, zeigt das dein Interesse an deinem potenziellen Arbeitgeber.

Und denk dran: Dass du Berufseinsteiger bist, heißt nicht automatisch, dass du gar keine Berufserfahrung hast. Vielleicht hast du ja im Rahmen von Praktika, Nebenjobs oder sonstigen Tätigkeiten neben Ausbildung oder Studium fachliche Fähigkeiten auf- und ausbauen können.

Mit Absagen richtig umgehen

Und wenn du nach dem Gespräch eine Absage vom Unternehmen bekommst oder gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden bist? Dann gehe alles noch mal kritisch von vorn durch und frage gegebenenfalls nach, woran es gelegen hat. Vielleicht kannst du deine Bewerbungsunterlagen noch verbessern oder dich auf das nächste Vorstellungsgespräch anders vorbereiten. Und dann: direkt auf die nächste passende Stelle bewerben!

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