Kautschukindustrie
Nichts bewegt sich ohne Gummi

In der Kautschukverarbeitenden Industrie Deutschlands arbeiteten im Jahre 2018 laut Statistischem Bundesamt rund 71.000 Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Davon waren etwa 19.000 Mitarbeiter in der Reifenherstellung und –runderneuerung aktiv. Knapp 50.000 Beschäftigte waren im Bereich Technische Elastomer-Erzeugnisse tätig. Letztere produzieren technische Gummiwaren wie z.B. Profile, Dichtungen, Riemen, Transportbänder, Schläuche mit Metallgummibindungen und medizinisch/sanitäre Gummiprodukte. Aktuell können nicht alle ausgeschriebenen Stellen der Branche besetzt werden. 

EU und Schwellenländer sind die Wachstumsmärkte

Hauptkunden der Gummiwaren herstellenden Industrie sind die Fahrzeugbauer. Sie nehmen selbst bei technischen Gummiwaren den größten Teil der Produktion ab. Insofern dürften rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes der Kautschukverarbeitenden Industrie im Rahmen der automobilen Wertschöpfungskette erwirtschaftet werden.

Das Auslandsgeschäft nimmt für die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie einen immer größeren Stellenwert ein. Die Exportquote beträgt mittlerweile rund 43,1 Prozent. Die wichtigsten Abnehmer befinden sich in den Ländern der EU. Allerdings nimmt die Bedeutung von außereuropäischen Märkten weiter zu. Zu den Wachstumsmärkten zählen USA, Russland, China, Brasilien und die Türkei.

Die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie sind dank ihrer mannigfaltigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten – rund 8 Prozent des Inlandsumsatzes wurden 2018 für F&E bereitgestellt - bei Technologie und Innovation in vielen Bereichen internationale Marktführer. Beispiel Kraftfahrzeuge: Leichte und elastische Produkte werden die Effizienz von Autos, insbesondere von Elektrofahrzeugen, deutlich verbessern. Reifen mit geringerem Rollwiderstand bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Aspekte sind ein Zukunftsmarkt. Für die hohen Anforderungen an neue High-Performance-Reifen sind viele der deutschen Reifenwerke bestens gerüstet.