Erst ins Ohr und dann ins Herz

Die IG BCE hat einen neuen Gewerkschafts-Song. Komponiert wurde „Unser Zuhaus“ von einer der bekanntesten Bands aus dem Köln-Bonner Raum: BRINGS haben ihn heute auf dem Kongress in Hannover vorgestellt.  

Michael Vassiliadis präsentiert Brings auf dem #kongress21
Foto: © Helge Krückeberg

„Die Welt steht still, ohne uns – hier zu überleben, das ist die Kunst! Krisen kommen und Krisen gehen, doch die Eine bleibt im Sturme stehen. Sie holt uns hier locker raus – die BCE ist unser Zuhaus!“ Diese kraftvollen Worte bleiben im Kopf und erreichen das Herz. Sie verbinden miteinander, machen Mut – und sie sind der Refrain des neuen BCE-Songs. Heute wurde „Unser Zuhaus‘“ bei der feierlichen Eröffnung des 7. Ordentlichen Gewerkschaftskongresses im HCC in Hannover erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – und zwar von den Musikern, die ihn eigens für die IG BCE geschrieben haben: den fünf Jungs der BRINGS.

Ein Song mit Tiefgang und klarer Botschaft

Der BCE-Song „Unser Zuhaus‘“ hat ohne weiteres das Zeug zum Ohrwurm: Wer ihn hört, singt ganz schnell mit und summt ihn auch schon mal den ganzen Tag weiter. Und doch hat er viel Tiefgang und eine klare Botschaft: Die IG BCE steht an der Seite ihrer Mitglieder, tritt für sie ein, kämpft für ihre Rechte – auch oder gerade in schweren Zeiten. Stephan Brings, Bassist und Sänger der Kult-Band, hat „Unser Zuhaus‘“ der IG BCE auf den Leib geschrieben. Eine Herzensangelegenheit: „Mein Bruder und ich kommen aus einem alten Gewerkschafterhaushalt. Wir konnten schon als Kinder die Lieder von Brecht und Weil auswendig, ehrlich“, gibt der Musiker lachend zu. Gemeinsam mit seinem Bruder Peter hat er die Mundart-Band im Jahr 1991 gegründet. Heute sind BRINGS eine der wohl bekanntesten Bands aus dem Köln-Bonner Raum, die seit ihrem Hit „Superjeilezick“ im Jahr 2000 aus keiner Karnevalssession mehr wegzudenken ist.

Ein Glücksfall für die Gewerkschaft

Stephan Brings ist gelernter Chemikant und selbst seit unzähligen Jahren Mitglied der Gewerkschaft. Und das aus absoluter Überzeugung: Er habe niemals darüber nachgedacht, auszutreten, obwohl er sich nach Ausbildung und Zivildienst in den 1980er Jahren gegen die Chemikanten-Laufbahn und für die Musiker-Karriere entschieden habe.  

Erfolgreicher Vollblut-Musiker und Gewerkschaftsmitglied – eine ungewöhnliche Kombination und ein Glücksfall für die IG BCE. Auch Sänger Peter Brings, Gitarrist Harry Alfter, Schlagzeuger Christian Blüm und Keyboarder Kai Engel haben einen positiven Bezug zum Gewerkschaftsgedanken. Als Band bezieht BRINGS stets auch politisch klar Stellung für Vielfalt und Toleranz und gegen Rechts. Als über einen Freund die Idee an BRINGS herangetragen wurde, einen Song im Auftrag der Gewerkschaft zu verfassen, war die gesamte Band schnell überzeugt.

Vieles ging beim Schreiben durch den Kopf

Stephan Brings machte sich an die Arbeit und hatte schon bald ein passendes Ergebnis. Beim Schreiben des Textes sei ihm vieles durch den Kopf gegangen, sagt er. „Ich habe mich in die ehemaligen Kolleg*innen hineinversetzt. Und natürlich habe ich vieles vor Augen gehabt, was ich selbst in meiner Lehre erlebt hatte“. Der Song solle vor allem denen Respekt zollen, die Tag für Tag in kräftezehrenden, körperlich anspruchsvollen und zum Teil sogar gefährlichen Jobs für die gesamte Gesellschaft Leistung erbringen – zumeist ohne die entsprechende gesellschaftliche Anerkennung: „(...) immer wenn es Dreck macht, immer wenn es stinkt (...) was alle brauchen und keiner will, was jeder hat, heimlich und still. Dafür steh‘n wir und halten den Kopf dafür hin.“

Songtext
Unser Zuhaus'

von Brings