IG BCE-Bezirk Ludwisghafen

CareFlex Chemie FAQ

Pünktlich zum 1. Juli startet CareFlex, die erste tarifliche Pflegezusatzversicherung Deutschlands. Ein Meilenstein in der Chemie-Tarifpolitik. Wir beantworten die derzeit hierzu am häufigsten gestellten Fragen.


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Pünktlich zum 1. Juli startet CareFlex, die erste tarifliche Pflegezusatzversicherung Deutschlands. Ein Meilenstein in der Chemie-Tarifpolitik. Wir beantworten die derzeit hierzu am häufigsten gestellten Fragen.


Wann beginnen die Beratungen?

Bevor diese starten, müssen im Vorfeld umfangreiche Prozesse abgeschlossen sein. Dazu zählen beispielsweise, dass die Unternehmen notwendige Schnittstellen implementieren, ihre Belegschaften für CareFlex anmelden und rechtliche Fragen, etwa zum Datenschutz, klären müssen. Daraus resultierend, müssen die Betriebsparteien gegebenenfalls notwendige Rahmen- und Betriebsvereinbarungen anpassen oder neu abschließen.

Von voraussichtlich Mitte April an werden die Beschäftigten informiert. Alle mit hinterlegter, betrieblicher E-Mail-Adresse erhalten dann aus dem CareFlex-Beschäftigtenportal eine automatisierte E-Mail mit ihrer CareFlex-Mitarbeiter*in-ID. Mit dieser kann sich dort jede*r registrieren, ein eigenes Profil anlegen und einen persönlichen Beratungstermin buchen. Beschäftigte ohne E-Mail-Adresse informiert der Arbeitgeber.

Aufgrund der Pandemie finden sämtliche Beratungstermine derzeit nur virtuell statt.


Wer berät mich und wie bereite ich mich auf das Gespräch vor?

Insgesamt stehen 1000 Berater*innen zur Verfügung, die allesamt eine verpflichtende Qualifizierung zu CareFlex durchlaufen haben. Die Ansprechpartner*innen stammen entweder von der IG BCE-Bonusassekuranz oder den Versicherern R+V und Barmenia. Sinnvoll ist es, möglicherweise bereits vorhandene Pflegeversicherungs-Policen samt Konditionen griffbereit zu haben. Gibt es interessierte Familienangehörige, die sich mitversichern wollen, können diese beim Beratungstermin dabei sein.


Um was geht es in dieser Beratung?

Grundsätzlich um die Analyse der Lebenssituation und der daraus resultierenden finanziellen Pflegelücke der Arbeitnehmer*innen sowie der Familienangehörigen, die sich mitversichern wollen. Nach dem etwa einstündigen Gespräch kann jede*r ganz nach individuellem Bedarf für den Pflegefall vorsorgen.


Ist die Beratung sinnvoll?

Ja, aus mehreren Gründen. Zum einen unterscheiden sich die im Pflegefall finanziellen Eigenleistungen regional. Die vollstationäre Pflege in einer ausgewählten Mannheimer Unterkunft im Pflegegrad 1 kostet 2833,35 Euro monatlich, in Schifferstadt wäre exemplarisch ein Eigenanteil von 2498,12 Euro zu leisten (Quelle: AOK). Weiterhin ist zu klären, ob ein ambulanter Schutz ausreicht oder eine stationäre Risikoabsicherung sinnvoller ist – etwa für Singles oder weit von der Familie entfernt lebende Berufstätige.


Gibt es einen Vorteil für IG-BCE-Mitglieder?

Ja! Alle Mitglieder, die sich beraten lassen (inklusive der Familienangehörigen, sofern sie Mitglied sind), erhalten von der IG-BCE-Bonusagentur einen Pflegeschutzbrief der deutschlandweit vertretenen Johanniter im Wert von 500 Euro. Der Betrag ist zum einen nutzbar zur freien Auswahl von Johanniter-Angeboten – also beispielsweise für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Fahrdienste, zum anderen für die Beratung vor Ort.


Wo gibt es weitere Informationen zu den Zusatzmodulen?

Hier: www.igbce-bonusassekuranz.de


Die Deutsche Familienversicherung hat das Versicherungskonsortium verlassen. Was bedeutet das für mich?

Neben der Barmenia und der R+V war die Deutsche Familienversicherung (DFV) zunächst Teil des Versicherungskonsortiums. Die DFV ist auf eigenem Wunsch ausgestiegen, weil die Anforderungen der Finanzaufsicht BaFin für die DFV als kleinen Versicherer zu einem hohen Finanzrisiko geführt hätten. Der Ausstieg hat keinerlei Auswirkungen auf die Versicherten, denn die R+V sowie die Barmenia sind finanzstarke und große Krankenversicherer.


Wer kann CareFlex in Anspruch nehmen?

Die erste tarifliche Pflegezusatzversicherung überhaupt ist ein Beweis der innovativen Chemie-Tarifpolitik. Das bedeutet, dass sie für Tarifarbeitnehmer*innen der chemischen und pharmazeutischen Industrie gilt. Die Arbeitgeber dieser Branche können zudem außertarifliche Mitarbeiter*innen und leitende Angestellte zusätzlich versichern. Auszubildende sind mit Übernahme und dann ohne Wartezeit anspruchsberechtigt. Der Schutz gilt ebenfalls für Personen in Elternzeit, in einem Sabbatical und für Langzeitkranke. Wichtig ist, dass die Person zum Start am 1. Juli 2021 Entgelt oder Entgeltfortzahlung erhält und mindestens sechs Monate lang in einem Beschäftigungsverhältnis stand. Zusätzlich und privat versicherbar sind Ehe- und Lebenspartner, Kinder (ohne Altersbegrenzung) sowie Eltern, Schwiegereltern und Enkel. Generelle Ausnahmen: Pflegebedürftige und Personen, die einen Antrag auf Pflege stellten, sind nicht versicherbar.


Was passiert, wenn ich am 1. Juli in Elternzeit bin?

Die Arbeitgeber melden die Beschäftigten zum Versicherungsbeginn am 1. Juli 2021 mit an und zahlen je nach Dauer der Elternzeit bis zu 12 Monaten die Beiträge. Für die restliche Zeit können die Beschäftigten den Vertrag privat zum individuellen Beitrag fortführen oder ruhend stellen. Nach Rückkehr melden die Arbeitgeber die Elternzeitler wieder zum Gruppenvertrag an. Eine Wartezeit gibt es dann nicht.


Was passiert mit dem Vertrag und den Zusatzmodulen, wenn ich das Unternehmen verlasse?

Die Beschäftigten können die Verträge privat übernehmen und zu den Beiträgen des Einstiegsalters zum Gruppenvertrag fortsetzen.


Gibt es eine Beitragsdynamik?

Nur, was die privat abgeschlossenen Zusatzmodule betrifft. Hier ist alle 3 Jahre eine Beitragsdynamik von 5% vorgesehen. Ein Widerspruch ist zweimal möglich. Ab dem dritten Widerspruch ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich.


Wie sind die Kündigungsbedingungen für die Zusatzmodule?

Die Verträge sind täglich kündbar.


Bekomme ich bei Nicht-Inanspruchnahme der Leistungen mein Geld zurück?

CareFlex sichert finanzielle Risiken in einem möglichen Pflegefall in erheblichem Maße ab. Dies entspricht dem Gedanken einer Risikoversicherung, vergleichbar mit der Kfz-Haftpflichtversicherung. Auch sie sichert mögliche finanzielle Risiken bei einem Unfall ab – erstattet unfallfreien Fahrer*innen aber ebenfalls kein Geld zurück.

Wichtig ist: Im Pflegefall sind jährliche Eigenleistungen von 24.816 Euro (Bundesdurchschnitt) zu erbringen, für die alle private Ersparnisse herhalten müssen. Diese hohe finanzielle Belastung mindert CareFlex immens.


CareFlex ist Bestandteil der Chemie-Tarifpolitik. Was bedeutet das?

Die tariflich vereinbarte Basisabsicherung für Beschäftigte mit einem Beitrag von 33,65 Euro pro Tarifmitarbeiter*in ist komplett Arbeitgeber-finanziert. Ein Beirat überprüft jährlich, ob die vereinbarten Beiträge und Leistungen anzupassen sind. Insoweit ist CareFlex jetzt Teil der Tarifpolitik.


Vertrauensleute erhalten „Versicherungs-Checks“ aus dem Internet, bei denen die Pflegeversicherung günstiger ist…

Knapp 600 Pflegetarife sind auf dem Markt, die sich allesamt und teilweise erheblich von den Leistungen unterscheiden. Wichtig zu wissen: CareFlex ist das erste und bislang einzige Produkt, bei dem die ambulanten und stationären Leistungen je nach Pflegegrad UND Absicherungshöhe individuell auswählbar sind. Zudem entfällt in der Basisvariante die Gesundheitsprüfung (für Ehe-/Lebenspartner und Kinder: im Aktionszeitraum nur verkürzte Gesundheitsprüfung), so dass selbst Schwerbehinderte versicherbar sind. Zudem sind die Zusatzmodule täglich kündbar, ohne Wartezeiten und eine Beitragsbefreiung im Pflegefall (Pflegegrad 2 bis 5) vereinbart. Es gilt also tatsächlich nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen im Detail zu vergleichen.


Können bestehende Pflegeversicherungen umgeschrieben werden?

Solche Überträge sind, wie bei anderen Versicherungen auch, nicht möglich. Im Beratungsgespräch können Versicherte jedoch ihre vorhandenen Policen hinsichtlich Leistungen und Beiträge mit dem neuen Angebot vergleichen und bei Bedarf anpassen.


An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?

Allgemeine Fragen zu CareFlex beantwortet die Hotline: 0511 7631-893 (montags bis freitags 07:30-18 Uhr). E-Mail: info@careflexchemie.de. Wichtig zu wissen: Fragen zur individuellen Lebenssituation oder zur individuellen Absicherung sind nur im Beratungsgespräch möglich.


von Axel Stefan Sonntag