IG BCE Landesbezirk Nordost

FAKU: Tarifverhandlungen gescheitert! Ost-West-Angleichung in der Arbeitszeit wird weiter blockiert

Berlin – Im Tarifkonflikt für die Fachabteilung Kunststoff verarbeitende Industrie (FaKu) Ost musste die IG BCE Nordost am 28.06.2021 nach einer dritten erfolglosen Runde die Verhandlungen als gescheitert erklären. Eine Schlichtung wird beantragt. Sollte auch diese zu keinem Ergebnis kommen, verlagert sich der Kampf umgehend in die Betriebe. Dafür werden jetzt in Mitgliederversammlungen und gewerkschaftlichen Veranstaltungen die Vorbereitungen getätigt.

2021_Tarifrunde Faku
Foto: © IG BCE

Verhandlungsführerin Stephanie Albrecht-Suliak: „Wir sind entsetzt, wie die Arbeitgeber*innenseite agiert. Es ist unverständlich, dass sie die längst überfällige Ost-West-Angleichung in der Arbeitszeit immer weiter hinauszögern wollen. Sie blockieren so mutwillig die Arbeitszeitangleichung Ost und legen den Beschäftigten Steine in den Weg. Das wollen und können wir nicht mehr hinnehmen“.


Die IG BCE Nordost fordert:

  1. Spürbare und reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen
  2. Arbeitszeitreduktion um 90 Minuten (bei vollem Lohnausgleich)
  3. Erhöhung der Jahresleistung von 90 auf 95 Prozent nur für IG BCE Mitglieder
  4. Laufzeit 12 Monate

Die Arbeitgeberseite hat zuletzt angeboten:

  • Eine Arbeitszeitreduzierung um insgesamt 60 Minuten, beginnend erst zum 01.01.2023
  • und um weitere 30 Minuten ab 01.07.2025. Dritte Stufe ungewiss.
  • Ferner eine Entgelterhöhung um 1,4 Prozent und ein Corona-Bonus von 300 Euro
  • bei insgesamt 24 Monaten Laufzeit.

Stephanie Albrecht-Suliak: „Wir geben nicht auf. Aber es ist insgesamt frustrierend. Die Arbeitgeber*innen bezeichnen unsere Forderung nach Arbeitszeitverkürzung als „Innovationshemmnis“ für die Industrie. Dabei setzen wir diese aktuell mit dem selben Verband Nordostchemie in der chemischen Industrie über das Potsdamer Modell stufenweise um. Wenn man bedenkt, dass die ersten Gespräche zu diesem Thema bereits 2015 begonnen haben, würde das bedeuten, dass es theoretisch erst mehr als zehn Jahre danach zu einem fairen Ergebnis käme. Wenn die Mitarbeiter*innen in diesem Tempo arbeiten würden, wäre es um die Firmen schlecht bestellt. Diese Blockade trifft unsere Mitglieder schwer, ohne die der Geschäftserfolg auch in den letzten Monaten nicht möglich gewesen wäre. Die Beschäftigten haben unter erschwerten Corona-Bedingungen gearbeitet.“

Kein Wunder, dass die rund 1.900 Beschäftigten in der Branche ihre Geduld verloren haben und kein Verständnis mehr aufbringen können. Sie wollen nach Ende der Friedenspflicht mit Arbeitskampfmaßnahmen ihren Forderungen Nachdruck verleihen und so gegen dieses unzureichende Angebot der Arbeitgeber*innen protestieren. Auch bereitet sich die IG BCE Nordost auf lokale Tarifverhandlungen in den Betrieben vor, da keine Möglichkeit für einen gemeinsamen Tarifabschluss gesehen wird.

Weitere Informationen

Tarifrunde Faku 2021 – Weil du es wert bist!

Nach zähen Verhandlungen ist die Tarifrunde FaKu 2021 nun abgeschlossen. Informiere dich hier über das Ergebnis der Tarifrunde 2021 - WEIL DU ES WERT BIST!