IG-BCE-Münster-Bielefeld

Lösung für Haupt Pharma

Der unbefristete Streik konnte abgewendet werden: Beim Arzneimittelhersteller Haupt Pharma einigten sich die Arbeitgeber und die Tarifkommission der IG BCE kurz vor Weihnachten auf ein Ergebnis. Die Zustimmung zu der Einigung lag bei 90 Prozent. Erreicht wurden ein Gehaltsplus, eine Corona-Sonderzahlung sowie der Einstieg ins Zukunftskonto.

Foto Haupt Pharma
Foto: © Frank Rogner

Rückwirkend zum 1. Dezember 2020 steigen die Entgelte und die Auszubildenden-Vergütung um 1,5 Prozent, zum 1. Dezember 2021 folgt eine zweite Erhöhung um 1,3 Prozent. Zudem erhalten alle Beschäftigten mit der Gehaltsabrechnung Dezember eine Einmalzahlung in Höhe von 1000 Euro in Form einer Corona-Beihilfe (Teilzeitbeschäftigte anteilig) sowie die Auszubildenden eine Einmalzahlung von 500 Euro. Der entsprechende Entgelttarifvertrag läuft bis zum 30. September 2022.

Größter Streitpunkt in den Verhandlungen war der Einstieg ins Zukunftskonto. Haupt Pharma orientiert sich in seinem Haustarifvertrag normalerweise am Flächentarifvertrag der Chemieindustrie, wollte aber die Anlehnung beim Zukunftskonto verweigern. Deswegen war es nicht nur zu Warnstreiks gekommen, sondern sogar zur Urabstimmung zum Erzwingungsstreik, der mit einer Zustimmung von 98 Prozent beschlossen wurde. Allerdings konnte kurz vor Weihnachten der Widerstand des Arbeitgebers angesichts der drohenden Arbeitsniederlegung gebrochen werden. Der Zukunftsbetrag für 2020 beträgt bei Haupt Pharma 4,6 Prozent eines monatlichen Tarifentgelts, alternativ kann (auch in 2021) ein freier, bezahlter Tag genommen werden. Für 2021 beträgt der Zukunftsbetrag ebenfalls 4,6 Prozent eines monatlichen Tarifentgelts, alternativ gibt es einen freien, bezahlten Tag. Für 2022 und die Folgejahre wird der Zukunftsbetrag mit 13,8 Prozent eines monatlichen Tarifentgelts (oder drei freie Tage) veranschlagt.