Solidarität
Unsere Alltagshelden in Coronazeiten

Sie schieben freiwillig Sonderschichten, leben vorübergehend auf dem Betriebsgelände, produzieren plötzlich Desinfektionsmittel oder Schutzmasken: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – und Menschen, die sich für die Gemeinschaft engagieren. Weil sie dabei helfen, Engpässe bei der Versorgung zu bekämpfen. Weil sie den Laden am Laufen halten.

Unsere Alltagshelden
Foto: © IG BCE/Markus Köpp

Solidarität ist in der Corona-Krise notwendiger denn je. Für die Mitglieder der IG BCE ist sie seit jeher ein hohes Gut. Deswegen fällt es ihnen auch leicht, am Arbeitsplatz neue Wege zu beschreiten, wenn es die Allgemeinheit voranbringt. In einer kleinen Serie wollen wir in den kommenden Wochen „Unsere Alltagshelden in Corona-zeiten“ portraitieren, die derzeit ihren kleinen Teil dazu beitragen, dass das Land so unbeschadet wie nur möglich durch diese Pandemie kommt.

Den Anfang macht kommenden Freitag Kevin Walloch, der zusammen mit 120 Kolleginnen und Kollegen auf dem Betriebsgelände der TOTAL-Raffinerie in Leuna kaserniert ist – um eine Ansteckung mit dem Virus zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Republik auch weiterhin mit Kraftstoff versorgt werden kann. „Uns war klar: In dieser Situation muss einfach jeder seinen Beitrag leisten“, sagt er.

Wir suchen IG-BCE-Mitglieder wie Kevin, die in der Corona-Krise ganz neue Herausforderungen meistern, die ihren kleinen Teil zur Bekämpfung der Pandemie beitragen. Die eben „Unsere Alltagshelden in Coronazeiten“ sind. Wenn ihr dazugehört oder eine Kandidatin/einen Kandidaten für unsere Portraitreihe habt, meldet euch gern im Newsroom der IG BCE unter news@igbce.de.

Weitere Alltagshelden

TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland in Klausur
„Die Opferbereitschaft ist überwältigend“

Die Umstellung der Arbeitsabläufe und damit ihres Berufs- wie Privatlebens kam so kurzfristig wie vieles in diesen von COVID-19-geprägten Wochen. Seit dem 22. März sind die Mitarbeiter der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna auf dem Gelände kaserniert – oder wie es die Arbeitgeberseite nennt: in freiwilliger Klausur. Ziel ist es, eine Infektion mit dem Coronavirus und eine Verbreitung der Lungenkrankheit innerhalb der Belegschaft zu verhindern.

Aesculabor in Hamburg
Krisenheldinnen im Labor

Auf Infektionen mit dem Coronavirus testet Aesculabor seit Jahresbeginn. Im März begann der zur amedes-Gruppe gehörende Laborbetrieb in Hamburg auch mit der Prüfung auf Antikörper im Blut. „Das ist ein aufwendiges Verfahren“, erklärt der leitende Arzt Peter Wollenberg, „denn man muss Kreuzreaktionen ausschließen, die sich auf Antikörper gegen andere Viren beziehen“.

Handdesinfektionsmittel von Dow Stade
15 Tonnen täglich

Von der Anfrage des Bundesgesundheitsministeriums bis zum Anrollen der Produktion vergingen nur wenige Tage. Dabei mussten einiges an Genehmigungen eingeholt und so manche organisatorische und bürokratische Hürde genommen werden.

TH Georg Agricola und Deutsches Bergbau-Museum
Mit 3D-Druck gegen Corona

„Als wir davon hörten, dass Produkte aus dem 3D-Drucker dazu beitragen können, die Ausbreitung von COVID-19 zu bremsen, war uns klar: Wir müssen auch helfen“, sagt Professor Uwe Dettmer, der die sogenannte “Taskforce 3D-Druck“ zusammen mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Marcel Witting gegründet hat.

Revision im Kernkraftwerk Grohnde
"Ohne Energie würde alles zusammenbrechen"

Einmal jährlich muss in einem Kernkraftwerk (KKW) eine Revision durchgeführt werden, vergleichbar mit dem TÜV beim Auto. Eine Prüfung, bei der kotrolliert wird, ob alles funktioniert und bei der die Brennelemente ausgetauscht werden. Das KKW geht dafür vom Netz. Ein riesiger Aufwand und ein aufwändiges Prozedere, bei dem die Beschäftigten des von PreussenElektra betriebenen KKWs in Grohnde in der Nähe von Hameln normalerweise von mehreren hundert externen Facharbeitern aus ganz Deutschland unterstützt werden. In Zeiten von Corona ist das undenkbar, die Revision aber unbedingt notwendig, um das hohe Sicherheitsniveau des Kraftwerks aufrechtzuerhalten. Denn das wiederum ist für die Versorgungssicherheit in Deutschland notwendig.

Wasserwerke Leipzig
12-Stunden-Schicht minimiert Ansteckungsgefahr

Den Betrieb verlässlich aufrechterhalten, die Ansteckungsgefahr minimieren, individuelle Lösungen für jeden einzelnen Mitarbeiter finden: Das war von Beginn an das Ziel der Wasserwerke Leipzig in der Corona-Pandemie. „Und das ist uns gut gelungen“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Sebastian Speer zufrieden. Wer Kinder betreuen musste, ging ins Homeoffice. Laptops wurden beschafft, IT-Infrastrukturen aufgebaut.

Roche
Auf einer Welle der Hilfsbereitschaft

Beim Pharmakonzern Roche in Penzberg und Mannheim unterstützen sich Kollegen durch die Initiative „Standing Together“ gegenseitig. Ihre Mission: die möglichst schnelle Auslieferung von Corona-Tests.