Mineralöl

Rohstoff Nummer Eins

In Deutschland arbeiteten knapp 18.000 Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten, die Rohöl verarbeiten oder Altöl in neuwertige Mineralölprodukte aufarbeiten (Stand Ende 2018). In der deutschen Erdöl- und Erdgasförderung sind aktuell rund 8.700 Arbeitnehmer beschäftigt. Der Umsatz der Branche betrug 73,2 Milliarden Euro. Der Energie- und Rohstoffmix von morgen wird zwar insgesamt breiter sein. Dennoch werden Mineralöl und Erdgas als Energieträger und als Rohstoff für die chemische Industrie auf lange Zeit unverzichtbar bleiben. 

Öfen der Olefin III Anlage im Werk Gelsenkirchen Scholven

Öfen der Olefin III Anlage im Werk Gelsenkirchen Scholven

Foto: © BP Europa SE

Für die Herstellung von Mineralölen und Schmierstoffen sind die Raffinerien und die weiterverarbeitenden Unternehmen der Mineralölindustrie in Deutschland unverzichtbar. Sie sorgen für vergleichsweise kurze Transportwege der benötigten Produkte und verfügen über hohe technologische Standards. Sie produzieren umweltschonend und energieeffizient. Mit Produkten wie Flüssiggas, Benzin, Kerosin, Dieselkraftstoff, Schmierstoffen und Bitumen liefern sie der Wirtschaft wichtige Rohstoffe, den Verbrauchern ermöglichen sie Mobilität und Wärme. Beides für sich Dinge, auf die eine hochentwickelte Volkswirtschaft nicht verzichten kann.

Unverzichtbar sind die Produkte der Mineralölindustrie in Deutschland für die chemische Industrie. Über 90 Prozent der organischen Chemieprodukte kommen aus Raffinerien der Mineralölindustrie.

Die Lage der 15 deutschen rohölverarbeitenden Raffinerien ist weiterhin geprägt von der konjunkturellen Entwicklung, einer langfristig sinkenden Nachfrage nach Treibstoffen und dem Druck, die Treibhausgase zu verringern. Die Corona-Pandemie hat zeitweise den Luftverkehr und damit die diesbezügliche Nachfrage zum Erliegen gebracht. Insgesamt stehen die verbliebenen Raffinerien in Deutschland in den kommenden Jahren vor enormen Herausforderungen.

Damit die dazu notwendigen Investitionen in die deutschen Raffineriestandorte getätigt werden, braucht es geeignete Rahmenbedingungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Insbesondere dürfen erneuerbare flüssige Energieträger nicht gegenüber der direkten Verstromung diskriminiert werden.