Ausbildungsplätze in der Chemie
Trotz schwächerer Konjunktur: Unternehmen sollten in ihre Zukunft investieren

Die Zahl der Ausbildungsplätze in der chemischen Industrie ist 2019 leicht gesunken. Nach einem Rekordwert 2018 wurden in diesem Jahr mit bundesweit 9512 gut 200 Stellen oder 2 Prozent weniger angeboten.

Auszubildende in der Chemie
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Noch deutlicher fiel der Rückgang bei den durch die Tarifpartner geförderten Ausbildungsplätzen für leistungsschwächere Jugendliche aus. Hier rutschte die Zahl der Stellen um nahezu ein Viertel auf 576 – den niedrigsten Stand seit 2012. Spürbar zugelegt hat dagegen die Zahl der neuen Plätze für Dual Studierende – um mehr als 5 Prozent auf 905.

„Eine schwächere Konjunktur darf die Unternehmen nicht davon abhalten, in ihre Zukunft zu investieren“, sagt der stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, Ralf Sikorski. „Vor allem der Rückgang bei den geförderten Stellen ist frappierend. Dabei hat sich längst gezeigt, dass sich aus den ungeschliffenen Rohdiamanten besonders treue Fachkräfte entwickeln.“

Ein spezielles Förderprogramm von IG BCE und Chemie-Arbeitgebern eröffnet leistungsschwächeren Schulabgängern eine berufliche Chance. Bisher haben Tausende junge Menschen die Projekte „Start in den Beruf“ und „StartPlus“ durchlaufen. Mehr als 80 Prozent konnten danach eine Berufsausbildung beginnen. Die Förderprogramme werden aus dem paritätisch verwaltet Fonds des Unterstützungsvereins der Chemischen Industrie (UCI) finanziert.

Gestiegen ist der Anteil der Auszubildenden, die in eine unbefristete Beschäftigung übernommen wurden. Er liegt inzwischen bei 57,8 Prozent – gegenüber 55,2 Prozent im Vorjahr. IG BCE und Chemie-Arbeitgeber hatten 2014 verabredet, die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung zum Normalfall zu machen. Seinerzeit lag die Quote noch bei 38,8 Prozent.

„Offenbar merken immer mehr Unternehmen, dass der beste Weg zur Fachkräftesicherung von morgen die unbefristete Übernahme von heute ist“, sagte Ralf Sikorski. „Wir werden hier nicht ruhen, bis sich diese Erkenntnis auch im letzten Winkel des Landes durchgesetzt hat.“

Insgesamt befinden sich zurzeit 26.000 junge Menschen in der Ausbildung zu einem der rund 50 Berufe in der chemischen Industrie. Die Branche bietet Auszubildenden nicht nur interessante und moderne Ausbildungsberufe, sondern auch attraktive Konditionen. So hat die IG BCE für den Nachwuchs in der gerade abgeschlossenen Tarifrunde nicht nur Einmalzahlungen, Vergütungssteigerungen und mehr Weihnachtsgeld ausgehandelt. Er profitiert auch vom neuen Zukunftskonto, das die IG BCE durchgesetzt hat. Hieraus erhält jeder Auszubildende zu Jahresbeginn einen Obolus, der bis 2022 auf 23 Prozent einer tariflichen Ausbildungsvergütung steigt.

Regionale Ausbildungshochburg für die Chemie ist Nordrhein-Westfalen, wo mit 2731 mehr als ein Viertel aller Plätze geschaffen wurden. Es folgen Hessen mit 1556 und Rheinland-Pfalz mit 1376 Ausbildungsplätzen. Weitere Details im Anhang.