2. Bundesrunde

Die zweite Verhandlungsrunde auf Bundesebene fand in Wiesbaden statt. Die Gespräche zwischen uns und den Chemie-Arbeitgebern waren für zwei Tage angesetzt. Lange zeigten sich die Unternehmensvertreter störrisch.

Einen Monat nach der ersten Verhandlung haben wir uns mit den Chemie-Arbeitgeber zur zweiten Verhandlungsrunde getroffen. In der ersten Runde hatten die Arbeitgeber kein konkretes Angebot auf den Tisch gelegt. Die Beschäftigten hatten deshalb mit einer bundesweiten Aktionswoche den Druck auf die Arbeitgeber nach der ersten Runde erhöht.

Verhandlungsführer und stellvertretender IG-BCE-Vorsitzender Ralf Sikorski stellte vor der Verhandlung klar, dass sich der Verlauf im Vorhinein nie prognostizieren ließe: „Aber wir haben alles rauf und runter diskutiert. Wir sind bei der Pflegeversicherung ziemlich weit und haben auch beim Zukunftskonto eine Menge Flexibilität und Offenheit eingebaut.“ Nun müssten sich die Arbeitgeber bewegen und auf die Ziellinie schauen, statt immer nur Bedrohungsszenarien zu entwickeln. Sikorski betonte: „Mir jedenfalls fehlt die Fantasie, warum, wenn wir bis Freitag keinen Durchbruch schaffen, die Lage zum nächsten potenziellen Verhandlungstermin in der Woche darauf eine andere, bessere sein soll.“