Ausbildung

Corona trifft Azubis besonders hart

Laut einer bundesweiten IG-BCE-Umfrage trifft Corona Auszubildende besonders hart: Sowohl ihre Übernahme- als auch ihre Einstellungssituation ist vielen Betrieben noch unklar. Die IG BCE fordert von den Arbeitgebern, in die Zukunft zu investieren und Ausbildungsplätze zu sichern.  

Ausbildung in Zeiten von Corona
Foto: © IG BCE

Unklar ist die Übernahmesituation für Auszubildende noch in 62 Prozent der Betriebe in den IG-BCE-Branchen. Die Einstellungszahlen im neuen Ausbildungsjahr sind laut einer bundesweiten Umfrage unter den Jugend- und Auszubildendenvertretern der IG BCE ab September 2020 in 72 Prozent der Betriebe unsicher.

Das Ziel dieser Umfrage war, herauszufinden, wie sich Corona auf die Ausbildungssituation auswirkt. Und das Ergebnis zeigt vor allem eins: Die Corona-Krise hat die berufliche Bildung voll erfasst. Die Unsicherheit unter den Auszubildenden ist groß. »Corona trifft viele Auszubildende besonders hart«, erklärt Francesco Grioli, im Vorstand der IG BCE für die Jugend zuständig. Um die Auswirkungen abzumildern setzt sich die IG BCE für die Sicherung von Ausbildungsplätzen ein – tarifpolitisch und direkt im Betrieb. Umso wichtiger ist aber auch, dass die Bundesregierung mit dem Corona-Konjunkturpaket konkrete Verbesserungen für Auszubildende beschlossen hat. Denn jetzt müssten die richtigen Signale gesetzt werden, um für Sicherheit zu sorgen. Grioli betont: »Spätestens jetzt haben die Arbeitgeber keine Ausrede mehr, um bei der Ausbildung nachzulassen. Sie sollten investieren, um die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens zu sichern.« Er stellt klar: »Die Generation, die die Hauptlast der Schulden aus dem Konjunkturpaket übernimmt jetzt im Regen stehen zu lassen, wäre fatal!«

Denn die Umfrage zeigt: 85 Prozent der Auszubildenden in den Branchen der IG BCE sind von Corona-Maßnahmen betroffen. Mehr als drei Viertel mussten im Homeoffice arbeiten, einige wurden in andere Bereiche versetzt oder arbeiteten zu veränderten Zeiten. 19 Prozent sind bezahlt freigestellt, fünf Prozent sogar im Pflichturlaub oder in Kurzarbeit. Deutlich wird außerdem: In 26 Prozent der Betriebe ist das Erreichen des Ausbildungsziels aufgrund von Corona gefährdet. In 22 Prozent leidet die Betreuung der Auszubildenden.