Tarifrunde Feinkeramik

IG BCE fordert spürbar mehr Geld

Eine spürbare Erhöhung der Vergütungen, eine Weiterentwicklung der tariflichen Einmalzahlungen wie dem Demografie-Betrag oder dem Urlaubsgeld und eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten: Diese Forderungen hat die IG-BCE-Tarifkommission heute für die Verhandlungen in der feinkeramischen Industrie (West) beschlossen. In der Branche sind rund 17.000 Beschäftigte in 77 Betrieben tätig.

Feinkeramik
Foto: © Colourbox/ Markus J. Feger

Bernd Stahl, Verhandlungsführer der IG BCE, sagt: „Die Beschäftigten haben in der Corona-Krise viel geleistet. Sie verdienen dafür ein deutliches Plus bei Lohn und Gehalt.“ Gleichzeitig seien die wirtschaftlichen Aussichten für das laufende Jahr größtenteils optimistisch und mittelfristig auf Erholungskurs. Er betont: „Die Trendlinie für 2021 steigt stark nach oben. Davon sollen auch die Beschäftigten profitieren.“

Die Bandbreite der Branche reicht von hoch technologisierten Weltmarktführern bis hin zu kleineren Betrieben, in denen stark handwerklich gearbeitet wird. Die feinkeramische Industrie umfasst die Sparten Porzellan, Sanitärkeramik und technische Keramik. Technische Keramik findet zum Beispiel in der Medizintechnik oder im Automobilbau Anwendung.

Die Herausforderung sei es, die Bedürfnisse dieser verschiedenen Betriebe unter einen Hut zu bekommen, so Stahl. Denn auch Corona-Krise und Lockdown haben die verschiedenen Segmente unterschiedlich stark getroffen. Während wegen der Beschränkungen im Hotelgewerbe kaum Porzellan gebraucht wurde, stieg der Umsatz in der Sanitärkeramik deutlich an.

Regionale Schwerpunkte in der feinkeramischen Industrie (West) sind in Bayern, in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Große Betriebe sind der Keramikhersteller Villeroy & Boch mit Standorten in Merzig und Mettlach und der Hersteller und Entwickler von technischer Keramik, CeramTec, mit Standorten in Marktredwitz, Lauf und Plochingen. Weitere wichtige Unternehmen sind der Porzellanhersteller BHS Tabletop (Schönwald), der Hersteller von Keramik-Kondensatoren, Vishay (Selb), die Porzellanfabrik Christian Seltmann (Weiden), Technical Ceramics (Kempten) und der Sanitärkeramikproduzent Duravit (Hornberg).

Die erste Tarifverhandlung findet am 16. Juni statt.