Corona Schutzimpfung

IG-BCE-Bezirk fordert schnelleren Einbezug von Betriebsärzten

Der IG-BCE-Bezirk Rhein-Main hat einen schnelleren Einbezug der Betriebsärzte bei den Corona-Schutzimpfungen gefordert. „Der Impfstoff muss angesichts der belastenden Arbeitsbedingungen in der Produktion deutlich früher als zu dem nun von der Politik anvisierten Termin im Juni zur Verfügung stehen“, sagt der Bezirksleiter Rhein-Main der Gewerkschaft IG BCE, Ralf Erkens.

Impfen durch Betriebe

Pressemitteilung der IG BCE Rhein-Main

Jeder Tag, der gewonnen werde, sorge für mehr Verlässlichkeit in der Pharma- und Chemieproduktion. Zudem müsse der bürokratische Aufwand möglichst gering gehalten werden. „Es kann nicht sein, dass wie bei den Hausärzten sich Stunden lang mit dem Ausfüllen von Formularen beschäftigt werden muss. Das muss alles deutlich verschlankt werden.“ Im Industriepark Höchst werden derzeit insgesamt fünf Impfzentren errichtet. Dort könnten täglich viele hundert Menschen geimpft werden. „Die meisten Leute scharren schon mit den Hufen“, berichtet der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Betreibergesellschaft Infraserv, Matthias Jahn. Etwa 22 000 Menschen arbeiten in dem Industriepark. Sobald genügend Impfstoff da ist, könnten zügig Impffortschritte erreicht werden.

Bei dem Pharmaunternehmen Sanofi im Industriepark ist an diesem Montag (3. Mai) die mit dem Land Hessen vereinbarte Testphase im Impfzentrum gut angelaufen. „Wir haben einige Dosen Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen und direkt mit den Impfungen begonnen, um die ganzen Abläufe von der Anmeldung bis zum Impfen durchzutesten", erzählt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Sanofi, Vanessa Tsovanyan, und stellt klar: „Wir sind bereit. Sobald wir das 'Go' der Regierung und genügend Dosen haben, steht den Impfungen im Industriepark nichts mehr im Wege." Dort könnten langfristig nicht nur die Beschäftigten, sondern auch Anwohner geimpft werden.

„Den Impfbooster bekommen wir erst mit den betrieblichen Impfstrukturen richtig hin“, sagt der Betriebsrats-Vorsitzende der Clariant, Kai-Uwe Hemmerich. „Die Werksärzte haben bei den zurückliegenden Grippeimpfkampagnen einen hervorragenden Job gemacht. Wer den Impfbooster will, der unterstützt jetzt die Betriebe dabei, sich noch schneller ins Corona-Impfen einmischen zu können.“

Das Bundesgesundheitsministerium hat diese Woche mitgeteilt, dass sich Beschäftigte spätestens ab der Woche vom 7. Juni an auch direkt von Betriebsärzten impfen lassen können. Mindestens 500 000 Impfdosen sind dafür bundesweit pro Woche vorgesehen.

Die IG BCE ist mit 600 000 Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft Deutschlands. Sie kümmert sich um Menschen, die in folgenden Branchen arbeiten: Bergbau, Chemie, Energie, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoff, Leder, Mineralöl/Gas, Papier sowie Sanierung/Entsorgung.