Mitgliederbefragung

Großteil der Chemiebetriebe geht es gut

„Wie ist die Lage in der Chemie?“ Dieser Frage hat sich die Umfrage des Monats November in der App „Meine IGBCE“ gewidmet. Mitgemacht haben mehr als 2200 IGBCE-Mitglieder, die im Tarifbereich Chemie beschäftigt sind. Etwa die Hälfte von ihnen arbeitet in der Produktion, ein Fünftel in der Verwaltung oder im Außendienst und 17 Prozent sind in der Entwicklung oder im Labor tätig. Ihre Antworten zeichnen ein positives Bild der Branche.

Chemie-Tarifrunde 2022: Lage in den Betrieben
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Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, dass die wirtschaftliche Lage in ihrem Betrieb ihrem Eindruck nach „gut“ oder „glänzend“ ist. Als alarmierend beschreiben sie nur zwei Prozent. Auch die Lieferengpässe in der Chemie- und Pharmaindustrie haben laut den Befragten nur leichte Auswirkungen auf die Arbeitgeber: Etwa ein Viertel antwortet, dass die Lieferengpässe keine Auswirkungen hätten, die Hälfte sagt, dass die Produktion leicht angepasst werden musste. Ein Fünftel gibt an, das nicht einschätzen zu können. Stark heruntergefahren werden musste die Produktion in sieben Prozent der Betriebe.

Die Auslastung ist in der Mehrheit der Betriebe laut den Befragten hoch: 83 Prozent sagen, es gibt mehr zu tun als im Vorjahr oder sie fahren Überstunden und Sonderschichten. Diese Einschätzungen spiegeln sich in den Profiten der Arbeitgeber wider: Ein Fünftel der Befragten beschreibt diese mit „Die wissen gar nicht, wohin mit all dem Geld“, zwei Drittel sagen „Wir liefern seit Jahren solide Gewinne ab“. Nur ein Prozent der Befragten berichtet von tiefroten Zahlen.

Die persönliche Situation ist für die befragten Beschäftigten in der Chemiebranche währenddessen schwieriger geworden: Drei Viertel geben, dass ihre Arbeitsbelastung erheblich gestiegen oder gestiegen ist. Laut einem Fünftel ist sie ähnlich geblieben, nur bei drei Prozent ist sie zurückgegangen oder erheblich zurückgegangen (ein Prozent).

Gleichzeitig trifft die Beschäftigten die Inflation: 99 Prozent sehen Teuerungen. 64 Prozent geben an, dass die Preise ihrem Gefühl nach überall zugelegt hätten. Die Inflation hat damit auch Einfluss auf das Haushaltsbudget der Beschäftigten: Während 42 Prozent erklären, dass sie an anderer Stelle sparen, um die Mehrkosten aufzufangen, sagen 36 Prozent, dass es ärgerlich sei, sie sich deshalb aber nicht einschränken wollten. Sieben Prozent geben an, die Inflation treffe ihr Haushaltsbudget kaum. Bei 15 Prozent bleibt am Monatsende nichts mehr übrig.

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