Erster KAAT-Dialog

Gewerkschaft ist für alle da

Nichts bleibt, wie es mal war – und so wandelt sich auch die Arbeitswelt: Berufsbilder entstehen oder verschwinden, die Beschäftigtenstruktur verändert sich. Mittlerweile befinden sich auch in den Reihen der IG BCE vermehrt Beschäftigte aus Bereichen wie Forschung, Ingenieurwesen, Buchhaltung und Marketing. Genauso verändern sich die Themen zunehmend und werden durch Globalisierung und Digitalisierung komplexer.

1. KAAT Dialog

Deshalb hat die IG BCE im vergangen Jahr KAAT.net ins Leben gerufen: Eine Plattform für kaufmännische, akademische und außertarifliche Beschäftigte (KAAT). „Mit unserem KAAT-Angebot möchten wir dieser zunehmenden Vielfalt und Komplexität verstärkt Rechnung tragen“, sagt Lyudmyla Volynets, Fachsekretärin aus der Abteilung Arbeits- und Betriebspolitik der IG BCE, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Tabea Bromberg leitet. „Wir wollen unsere Kompetenz in den KAAT-Bereichen stärker einsetzen und die Expertise der Beschäftigten, Funktionär*innen und Hauptamtlichen in einem starken Netzwerk zusammenbringen“, ergänzt Bromberg. „Genau das haben wir nun mit dem 1. KAAT-Dialog gemacht.“ Der KAAT-Dialog ist ein Veranstaltungsangebot der IG BCE für Mitglieder, Betriebsräte und Vertrauensleute aus kaufmännischen, akademischen und AT-Bereichen. Der Startschuss für die neue Tagungs-Reihe fiel am vergangenen Wochenende. Rund 100 Gäste folgten der Einladung, und stellten sich an zwei Tagen einem breiten Spektrum an Themen aus der KAAT-Arbeitswelt. Referent*innen aus Praxis und Wissenschaft lieferten wertvolle Anregungen. Mit dabei war auch Francesco Grioli vom geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE.

In seinem Impulsvortrag und der anschließenden Fragerunde ging es Grioli um Reflektion: „Die IG BCE hat den Anspruch, dass sie die Interessen aller Beschäftigten in ihren Betrieben vertritt. Sie hat die Kraft und die Struktur, um Dinge bewegen zu können. Wenn wir auf die Beschäftigtenstrukturen gucken, muss man selbstkritisch sagen, dass wir einzelne Beschäftigtengruppen nicht so abbilden, wie wir uns das wünschen. Dazu gehören bisher auch KAAT-Beschäftigte.“

Eine Gewerkschaft für alle Beschäftigtengruppen

Die IG BCE sei stark in ihren traditionellen Strukturen, wie in der Produktion. „Das ist eine Stärke, die haben wir uns über viele, viele Jahre erarbeitet“, sagt Grioli. Doch in Zeiten der Digitalisierung und des technischen Wandels habe sich in den Betrieben einiges verändert. „Das bedeutet für uns auch, veränderte Beschäftigung zu erkennen und ihr eine Plattform zu schaffen.“ Das müsse so geschehen, dass die IG BCE die Themen im gewerblichen Bereich weiter stark prägt und gleichzeitig neue Themenfelder stärker in den Blick nimmt. „Wer soll das denn machen, wenn nicht wir? Tarifverträge, Mitbestimmung, Gestaltung. Das ist Auftrag der Gewerkschaft. Das ist Auftrag der IG BCE.“ Es müsse das Ziel sein, eine Gewerkschaft für alle Beschäftigtengruppen zu sein.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hatten die Kolleg*innen die Möglichkeit, an zwei von fünf verschiedenen Workshops teilzunehmen, bei denen es neben dem Wissenstransfer auch um Erfahrungsaustausch ging. „Wir wollten einen Raum schaffen, in dem wir alle voneinander profitieren können und uns gegenseitig bei unseren individuellen Bedürfnissen unterstützen können“, sagt Bromberg. Alle fanden, was sie suchten: Anregungen für den eigenen Arbeitsalltag, beispielsweise zum Thema Stressmanagement oder digitale Zusammenarbeit, Impulse für die Interessenvertretung, etwa zu AT-Entgeltsystemen oder Vertrauensarbeitszeit oder die Möglichkeit, in juristische Grundlagen reinzuschnuppern.

Nach der ersten Veranstaltung war allen Beteiligten klar, dass der KAAT-Dialog die richtige Plattform bietet, um die zunehmende Komplexität der Arbeitswelt im Zusammenspiel zu meistern. „Wer zukunftsfähig bleiben will, muss die bestehenden Herausforderungen mit Mut annehmen und Antworten auf wichtigste Zukunftsfragen liefern – und das können die IG BCE und KAAT-Beschäftigte am besten gemeinsam“, sagt Tabea Bromberg.


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