Mitbestimmung

Gespräche über BR-Wahl bei Laverana

Was lange währt, wird endlich gut: Beim Naturkosmetikhersteller Laverana könnte bald zum ersten Mal in der mehr als 30-jährigen Unternehmensgeschichte ein Betriebsrat gewählt werden. Die IG BCE unterstützt die Belegschaft bei diesem Vorhaben intensiv.

Laverana BR-Wahl Foto

Der Laverana-Standort in Bantorf an der A2.

Foto: © Sideka Industriebau GmbH

Die erstmalige Gründung eines Betriebsrats beim Naturkosmetikhersteller Laverana (Hausmarke: Lavera) rückt näher. IG BCE und Geschäftsführung haben Gespräche für eine Betriebsratswahl an allen drei Standorten des Unternehmens in der Region Hannover aufgenommen. Zudem soll über einen Tarifvertrag Mitbestimmung verhandelt werden.

Wahl an drei Standorten geplant

Vorausgegangen war den Gesprächen die Organisation einer Wahlversammlung am Standort Wennigsen mit rund 200 Beschäftigten – bei einer Wahlversammlung wird ein Wahlvorstand bestimmt, der wiederum die eigentliche Betriebsratswahl organisiert. Sogar der Termin für die Wahlversammlung stand schon. Ziel war es, einen Betriebsrat für den Standort Wennigsen zu wählen. Nach Gesprächen zwischen IG BCE und Laverana wurde diese Veranstaltung abgesagt. Nun werde man in die konkrete Planung eines gemeinsamen Betriebsrats für alle drei Standorte – neben Wennigsen gibt es noch einen Standort in Bantorf mit rund 200 Beschäftigten und die Verwaltung in Hannover mit rund 100 Mitarbeiter*innen -  einsteigen, kündigte die IG BCE an. Eine entsprechende Wahlversammlung soll zeitnah stattfinden. Bei Laverana waren in den vergangenen Jahren mehrere Versuche zur Gründung einer Interessenvertretung für die Belegschaft gescheitert.

"Der sozialen Verantwortung  stellen"

Michael Linnartz, Leiter des IG-BCE-Bezirks Hannover, zeigte sich erfreut: „Es ist Zeit, dass sich ein erfolgreiches Unternehmen wie Laverana der sozialen Verantwortung stellt und Betriebsratswahlen im Unternehmen nicht im Weg steht – gerade, wenn die Nachhaltigkeit als Leitmotiv für die Produkte eines Unternehmen steht. Denn Nachhaltigkeit beinhaltet neben der ökologischen auch immer die soziale Dimension.“ Dazu gehöre die Vertretung der Beschäftigten durch einen Betriebsrat nach Betriebsverfassungsgesetz und durch eine DGB-Gewerkschaft wie etwa die IG BCE. Die Erfahrung sei, „die Unternehmen, die über Betriebsräte und Gewerkschaften verfügen und Konflikte sozialpartnerschaftlich regeln, sind auf lange Sicht am Markt erfolgreicher“, so Linnartz.

Die zuständige IG-BCE-Sekretärin Regina Karsch sagte: „Die Laverana-Beschäftigten haben Jahrzehnte dafür gesorgt, dass das Unternehmen nicht nur wächst, sondern auch kräftige Gewinne einfährt.“ Die Geschäftsführung habe dennoch in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, dass die Wahl eines Betriebsrats verhindert wurde. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir nun endlich gemeinsam mit den Laverana-Kolleg*innen auf dem Weg sind, einen Betriebsrat zu wählen und das Unternehmen in die Tarifbindung zu führen.“