6. Frauentag der IG BCE
Frauen.Macht.Zukunft

Für Frauen spielen veränderte Rahmenbedingungen durch die industrielle und digitale Transformation eine große Rolle. Auf dem 6. Frauentag der IG BCE wollen wir im November 2020 über die Zukunft der Arbeit sprechen und darüber, wie Arbeit modern und vor allem geschlechtergerecht gestaltet werden kann. 

Frauen im Seminar Stockbild
Foto: © iStock/izusek

80 Stunden die Woche, zehn Stunden am Tag, 48 Wochenstunden, acht Stunden verteilt auf sechs Arbeitstage: Die Auseinandersetzung darum, wer wann wieviel arbeitet, durchzieht die Geschichte der Gewerkschaften wie ein roter Faden. Heute ist die Wochenarbeitszeit in Tarifverträgen festgelegt. Trotzdem haben die Themen „Arbeitszeit“ und „Arbeitszeitgestaltung“ nach wie vor eine hohe Bedeutung. Das zeigt unter anderem die aktuelle Tarifrunde Chemie, in der eine zentrale Forderung die Schaffung eines Zukunftskontos mit dem Ziel zeitlicher Entlastung für die Beschäftigten ist: für Schichtarbeitende, für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für Beschäftigte mit besonderen Belastungen durch zu pflegende Angehörige oder Kinderbetreuung, für außertariflich Beschäftigte, für Beschäftigte, die viel mobil arbeiten – und damit insbesondere auch für Frauen. Denn sie sind es noch immer, die überwiegend die Sorge für pflegebedürftige Familienmitglieder und Kinder tragen und deshalb häufiger in Teilzeit arbeiten oder von der Vollzeit in Teilzeit wechseln.

Für Frauen in Arbeit spielen heute auch veränderte Rahmenbedingungen durch die industrielle und digitale Transformation eine große Rolle. Hier gilt es insbesondere die Frauenperspektive in den Blick zu nehmen. „Bislang optimierte die Digitalisierung vor allem Prozesse für Unternehmen. Mit dem notwendigen arbeitsrechtlichen und bildungspolitischen Rahmen müssen nun auch die Geschlechtergerechtigkeit, der Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit und gute Rahmenbedingungen für mehr Arbeitszeitsouveränität in den Blick genommen werden“, fasst Karin Erhard, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, die Eckpunkte zusammen. „Mit der Transformation der Arbeit haben wir die Chance, auch die Arbeit der Zukunft geschlechtergerecht zu gestalten.“

Der 6. Frauentag der IG BCE will Antworten finden. Unter dem Motto „Frauen.Macht.Zukunft. Zeigt, dass sich was dreht!“ diskutieren die Delegierten mit Expertinnen und Experten, Politikerinnen und Politikern sowie Personen aus der Wissenschaft und Unternehmensvertretung an drei Tagen diese wichtigen Zukunftsfragen.

Die Teilnehmenden werfen einen Blick auf die Arbeit der Zukunft und darauf, wie sich die Arbeitsbedingungen entwickeln werden. Sie diskutieren, wo Mitbestimmung möglich und wo sie nötig ist und darüber, wie Arbeit modern und vor allem geschlechtergerecht gestaltet werden kann. Gute Beispiele, auf denen sich aufbauen lässt, gibt es bereits. So haben inzwischen mehr als 80 Unternehmen die „Charta der Gleichstellung“ unterschrieben und sich damit zu mehr Chancengleichheit in Form gleichen Entgelts für Frauen und Männer sowie gleicher beruflicher Entwicklungschancen und lebensphasenorientierter Arbeitszeiten bekannt.

Das Projekt „KarisMa – Karriere 50plus – Mit Erfahrung punkten“ nimmt berufstätige Frauen mit einem Lebensalter von 50 Jahren und älter in den Fokus und entwickelt anhand ihrer Bedürfnisse Strategien für mögliche Entwicklungschancen und potenzielle Karrieren.

Die „Offensive Frauen“ bietet bedarfsgerechte Ansprache für unterschiedliche Beschäftigtengruppen wie Frauen im Labor, im Büro oder in der Produktion, um diese für die IG BCE zu gewinnen – und hat sich jüngst als Ansprechpartnerin und Netzwerk auch für Hochqualifizierte ins Gespräch gebracht.

Um die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die politischen Anforderungen der Zukunft geht es auf dem Frauentag im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik. Die Brückenteilzeit – das Recht auf eine befristete Teilzeit – ist dabei eine alte Forderung der Gewerkschaftsfrauen und ein großer Erfolg. Jetzt setzt sich die IG BCE für die Ausweitung des Geltungsbereichs ein. Auch Beschäftigte in Betrieben mit weniger als 45 Beschäftigten sollen einen Rechtsanspruch haben. Für das Entgelttransparenzgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist, hat sich die IG BCE stets stark gemacht und dabei immer verdeutlicht: Das Gesetz ist nur ein erster Schritt; Es ist uns nicht weitreichend genug. Für echte Entgeltgleichheit braucht es mehr. Was es braucht – auch darauf sucht der Frauentag Antworten. Dazu werfen die Frauen der IG BCE im kommenden Jahr einen Blick in die Zukunft.

„Mit dem 6. Frauentag setzen wir uns Ziele für die kommenden vier Jahre. Daran orientiert sich die Frauen- und Gleichstellungsarbeit der IG BCE. Wir stellen die Weichen, damit wir auch in vier Jahren zeigen können, dass sich was gedreht hat“, sagt Marion Hackenthal, Abteilungsleiterin der Abteilung Frauen/Gleichstellung.

Der 6. IG-BCE-Frauentag findet am 13. und 14. November 2020 in Hannover statt.

Weitere Informationen

Karin Erhard, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE
Foto: © Helge Krückeberg
„Frauen.Macht.Zukunft.“
IG-BCE-Frauentag am 13. und 14. November 2020

6. IG-BCE-Frauentag findet am 13. und 14. November 2020 unter dem Motto „Frauen.Macht.Zukunft.“ in Hannover statt.