FAQ zum Coronavirus

FAQ zur Kurzarbeit

Im Eilverfahren haben Bundestag und Bundesrat Verbesserungen bei den Regelungen zum Kurzarbeitergeld beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Dieses Kurzarbeitergeld kann kurzfristig fließen und schon jetzt beantragt werden. Es tritt rückwirkend zum 1. März in Kraft und wird auch rückwirkend ausgezahlt. Beschäftigte der IG BCE haben in vielen Branchen Vorteile, die über den gesetzlichen Anspruch hinaus gehen. 

Produktion
Foto: © Michael Bader

Mit dem Kurzarbeitergeld sollen vor allem Unternehmen unterstützt werden, die "unter massiven Lieferengpässen leiden oder behördlich geschlossen werden müssen". Die Bundesregierung will damit vor allem Entlassungen vermeiden. Denn Kurzarbeit entlastet Unternehmen schnell von Personalkosten, wenn Produktion oder Veranstaltungen vorübergehend ausgesetzt werden müssen. 

Nach Einschätzung der Bundesregierung sind Arbeitnehmer millionenfach auf Kurzarbeitergeld wegen der Coronakrise angewiesen: "Es wird von 2,15 Millionen Fällen des Bezugs von konjunkturellem Kurzarbeitergeld ausgegangen", heißt es in der entsprechenden Verordnung des Bundesarbeitsministeriums. Das Ministerium geht von 1,15 Millionen zusätzlichen Fällen aus. Eine Millionen Fälle wären demnach auch nach geltendem Recht ohne die Erleichterungen zu erwarten gewesen.

"Oberste Priorität hat für uns natürlich Sicherheit für unsere Beschäftigten. Viele Unternehmen werden Kurzarbeit anmelden. Einbußen, die Kolleginnen und Kollegen daraus erwachsen, müssen überschaubar bleiben", fordert der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis. Er betont: "Die IG BCE hat in ihren Branchen mit guten Tarifverträgen – etwa in der Chemie- und der Papierbranche - erreicht, dass das gesetzliche Kurzarbeitergeld aufgestockt und die Entgeltlücke spürbar gemildert wird. Wo immer die wirtschaftliche Situation das künftig zulässt, werden wir uns für eine solche Aufstockung auch in der Krise stark machen. So wollen wir erreichen, dass ein Teil der jetzt von der Bundesregierung verabschiedeten Entlastungsmaßnahmen für die Unternehmen, ganz unmittelbar den Beschäftigten zugutekommt." Politisch sei jetzt vor allem Umsicht gefragt: "Wir müssen jetzt im großen, gesamtwirtschaftlichen Maßstab denken, müssen, wie der Bundesfinanzminister richtig sagt, 'klotzen und nicht kleckern'. Dabei müssen wir vor allem an die Beschäftigten, die auch in der Krise ihre Rechnungen bezahlen müssen." Auch Ihnen müsse jetzt schnell und unbürokratisch unter die Arme gegriffen werden, sagt Vassiliadis.

Dementsprechend haben sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände darauf verständigt, in der Corona-Krise gemeinsam Verantwortung zu tragen: „Lieferschwierigkeiten, Arbeitsausfälle, weniger Konsum, abgesagte Reisen und Veranstaltungen – das Corona-Virus stellt viele Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes soll schnell und gezielt helfen, wenn Unternehmen mit ihren Beschäftigten durch das Corona-Virus Arbeitsausfälle haben“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Es gelte, Entlassungen zu vermeiden und die sofortige Weiterbeschäftigung zu ermöglichen, sobald wieder Arbeit da sei. 

Unter Beteiligung der Bundesregierung werden die Sozialpartner kurzfristig weitere Gespräche führen, wie über tarifvertragliche Lösungen für eine finanzielle Aufstockung zusätzlich zum Kurzarbeitergeld ausgestaltet werden kann. Die IG BCE hat schon bereits in mehreren ihrer Branche tarifliche Regelungen getroffen, die über die gesetzlichen hinausgehen und entscheidende Vorteile für die Beschäftigten bringen. 

Wie viel Kurzarbeitergeld du voraussichtlich bekommst, kannst du mit dem Kurzarbeitergeld-Rechner berechnen. 

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