Corona-Pandemie
Krisenheldinnen im Labor

Auf Infektionen mit dem Coronavirus testet Aesculabor seit Jahresbeginn. Im März begann der zur amedes-Gruppe gehörende Laborbetrieb in Hamburg auch mit der Prüfung auf Antikörper im Blut. „Das ist ein aufwendiges Verfahren“, erklärt der leitende Arzt Peter Wollenberg, „denn man muss Kreuzreaktionen ausschließen, die sich auf Antikörper gegen andere Viren beziehen“.

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Foto: © IG BCE/Markus Köpp

Etwa ein Zehntel der rund 150 Mitarbeiterinnen in den Laboren der Molekularbiologie und Serologie arbeiten daran unter Hochdruck. „Sie haben in diesen Monaten eine erhebliche Mehrbelastung“, weiß der leitende Arzt, „aber ganz ungewohnt ist es nicht. Das bringt jede Grippewelle auch mit sich.“ Weil immer mit ansteckendem Stoff hantiert wird, sind auch Schutzkleidung und Handschuhe in den Laboren selbstverständlich. „Nervös sind zurzeit eher unsere Fahrer, die die Proben aus den Arztpraxen holen und transportieren. Sie tragen jetzt auch Schutzausrüstung, denn sie wissen nie, was für eine Situation sie dort antreffen.“

Für einen Teil der insgesamt 400 Beschäftigten am Hamburger Standort Haferweg löst die Coronakrise ganz andere Ängste aus: Sie haben weniger Arbeit, weil aus den Arztpraxen nicht mehr so viele andere Proben eingesandt werden. „Während die einen mehr als genug zu tun haben, droht den anderen Kurzarbeit“, berichtet Susanne Bredow, die im Betriebsrat mitarbeitet. Dafür hat der Gesamtbetriebsrat gemeinsam mit der IG BCE und dem Arbeitgeber Anfang April für alle amedes-Standorte eine Gesamtbetriebsvereinbarung ausgehandelt.

Aesculabor

Die Mitarbeiterinnen in den Laboren arbeiten unter Hochdruck an den Tests.

„Zum Glück wird der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufstocken“, sagt Susanne Bredow, „das ist ein positives Signal“. Aber sie weiß auch: „Viele von unseren Mitarbeitern haben Angst vor finanziellen Einbrüchen. 80 Prozent des Einkommens sind für sie knapp.“

Die Mitglieder des Betriebsrats, so Bredow, helfen nun in den Abteilungen bei Fragen zur Kurzarbeit. Für das gesamte Gremium sei das eine neue Herausforderung: „Wir machen den Kolleginnen und Kollegen Mut. Zusammen werden wir diese schwierige Zeit überstehen.“

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TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland in Klausur
„Die Opferbereitschaft ist überwältigend“

Die Umstellung der Arbeitsabläufe und damit ihres Berufs- wie Privatlebens kam so kurzfristig wie vieles in diesen von COVID-19-geprägten Wochen. Seit dem 22. März sind die Mitarbeiter der TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland in Leuna auf dem Gelände kaserniert – oder wie es die Arbeitgeberseite nennt: in freiwilliger Klausur. Ziel ist es, eine Infektion mit dem Coronavirus und eine Verbreitung der Lungenkrankheit innerhalb der Belegschaft zu verhindern.