In Our Mind Festival

Bunter Mix aus Aktionen, Party und Workshops

Diskutieren, feiern und Gewerkschaft gemeinsam erleben: Rund 500 junge Leute aus ganz Deutschland sind im Elbauenpark in Magdeburg zusammengekommen, um bis kommenden Sonntag das InOurMind-Festival (IOMF) zu feiern.

In our mind Festival
Foto: © Kai-Uwe Knoth
Parade in Magdeburg: Fahnen, Transparente und fette Beats

Am Samstag Abend sind die rund 500 Teilnehmer*innen des In „OurMindFestivals“ bei der Future-Parade drei Stunden lang durch Magdeburg gezogen. Zur Musik von DJane AfroPunk aus Stuttgart tanzten sie auf der Straße. An der Oper und vor dem Gewerkschaftshaus machten Redner auf die Forderungen der IGBCE-Jugend aufmerksam. Die Demo stand unter dem Motto: „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel – Ohne Ausbildung keine Zukunft“.

Gut gelaunt geht es kurz nach 19 Uhr los, vom Elbauenpark über die Brücken der Elbe in Richtung Innenstadt. Straßenbahnen müssen langsamer Fahren, Autofahrer warten, während die IGBCE-Jugend unter Polizeischutz auf dem Weg ist. Der bunt dekorierte Paradetruck zieht die Blicke auf sich. Immer wieder bleiben Menschen am Straßenrand stehen, winken und machen Selfies vor der Kulisse der Parade. Am Universitätsplatz tanzen ein paar Jugendliche, die am Straßenrand stehen, mit.

Die Future Parade zieht durch Magdeburg
Foto: © Kai-Uwe Knoth

„Wir sind startklar, bildet uns aus!“, steht auf vielen Schildern. „Ausbildung geht uns alle an“, auf anderen. „Jugend ist Zukunft“ skandieren die Teilnehmer*innen im Chor. Und: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Immer wieder, laut und eindringlich.

„Fachkräftemangel ist (k)ein Zukunftsthema“ steht auf einem Transparent, das die Teilnehmer vor sich hertragen. „Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg, Ausbildung öffnet uns die Türen“ auf einem anderen. Ganz vorne laufen hinter einem Transparent mit dem Motto der Parade Francesco Grioli, der im Geschäftsführenden Hauptvorstand der IGBCE für die Jugend zuständig ist, und der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis mit.

An der Oper eine erste Zwischenkundgebung: Nico Vassiliadis fordert eine Zukunftsperspektive ohne Barrieren. An Hochhäusern vorbei geht es weiter in Richtung Magdeburger Gewerkschaftshaus. „Die Dinge, die wir in den Betrieben sehen, passen nicht zusammen“, ruft hier Francesco Grioli ins Mikrofon. Er kritisiert, dass einerseits hunderttausende Stellen in Deutschland unbesetzt sind, und gleichzeitig eine riesige Zahl junger Menschen keine abgeschlossene Ausbildung haben. „Mehr ausbilden, das ist jetzt die Parole!“ Und Philipp Hering, Leiter der Abteilung Junge Generation/Ausbildung, sagt: „Jugend geht voran, wenn es um die Themen der Zukunft geht. Von hier muss ein Signal ausgehen!“ Er appeliert an die Teilnehmer*innen, sich auch mit den älteren Beschäftigten zusammenzutun. „Lasst uns die Themen in die Betriebe tragen!“

Weiter geht es durch Magdeburg, wieder über die Elbe und zurück zum Elbauenpark. Dort wartet eine Electro-Party bis spät in die Nacht auf die IGBCE-Jugend, mit Adaptiv, Macon und Sax.

Future Parade und Auftritt "No Time"

Vorbereitung lief den ganzen Tag

Den dritten Tag des Festivals über hat sich die IGBCE-Jugend auf die Parade vorbereitet. In einem Rhetorik-Workshop können die Redner*innen an ihren Auftritten feilen. Direkt am Eingang zum Festivalgelände werden Transparente gemalt. 

Vor dem Start hat der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis die Gewerkschaftsjugend auf die Demo eingestimmt. „Wir haben Bedingungen um uns herum, die man mit der Situation in den letzten 25 Jahren nicht vergleichen kann“, sagt er bei seiner Rede auf dem Festival in Bezug auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine. „Viele gesellschaftliche Ressourcen, die eigentlich für Jugend, Bildung und Infrastruktur verwendet werden sollten, werden für Waffen ausgegeben.“ Er appelliert daran, angesichts der Schwierigkeiten den Wert der Solidarität untereinander aufrecht zu erhalten. „Wichtig ist, dass die Menschen die Chance haben, ihre Perspektive und Träume zu leben. Die Arbeitgeber müssten ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und vernünftig ausbilden. „Es ist ihr Fachkräftemangel, nicht unser Fachkräftemangel!“ rief er der begeisterten Menge zu. „Wir verlangen von den Arbeitgebern, dass sie sich Mühe geben. Es gibt genügend Jugendliche, und es gibt die Mittel, sie fit für eine Ausbildung zu machen.“

Im Anschluss erwartet die Teilnehmer*innen ein kleiner Leckerbissen: Einer der seltenen Auftritte der IGBCE-Band „No Time“. In der Gruppe haben sich Haupt- und Ehrenamtliche zusammengetan. Francesco Grioli singt, Michael Vassiliadis spielt Gitarre und der Leiter des Bezirks Hannover Michael Linnartz steht am Keyboard.  

Weitere Berichte vom Festival

In Our Mind Festival 2023
Foto: © Kai-Uwe Knoth
InOurMind-Festival
Die Zusammenfassung

Diskutieren, feiern und Gewerkschaft gemeinsam erleben: Rund 500 junge Leute aus ganz Deutschland sind von Donnerstag bis Sonntag im Elbauenpark in Magdeburg zusammengekommen, um das InOurMind-Festival (IOMF) zu feiern. Im Mittelpunkt: das Thema Ausbildung.

Workshops beim IOMF
Foto: © Alexander Reupke
Den Wandel im Blick

Um die Transformation in der Industrie geht es unter anderem am zweiten Tag des In Our Mind Festivals in Magdeburg. Obwohl die Willkommensparty am Abend zuvor bis in die Nacht gegangen ist, beginnen pünktlich um 10 Uhr die ersten einer Reihe von Workshops.

Ankunft beim IOMF
Foto: © Sven Sonnenberg
Das Festival ist eröffnet

Bei der heutigen Eröffnungsveranstaltung auf der Open-Air-Bühne hat die IGBCE-Jugend das Thema Ausbildung in den Mittelpunkt des Festivals gestellt. „Die Unternehmen müssen endlich etwas gegen die Ausbildungsmisere unternehmen“, macht Bundesjugendsekretär Philipp Hering klar und betont: Bei dem Thema Ausbildung laufe in den Betrieben viel falsch.

Weitere Informationen

IGBCE startet Offensive für mehr Ausbildung

„Fachkräfte fallen nicht vom Himmel – Ohne Ausbildung keine Zukunft“: Unter diesem Motto hat die IGBCE eine groß angelegte Offensive für mehr Ausbildung in ihren Branchen gestartet. Über Betriebsvereinbarungen sollen Standort für Standort mehr Plätze geschaffen werden.

Ohne Ausbildung keine Zukunft

Ausbildungen bieten jedes Jahr Tausenden von jungen Menschen einen Weg in Gute Arbeit. Aber nicht nur junge Menschen sind auf Ausbildungen angewiesen. Dieses Thema geht jede*n in unseren Branchen etwas an – egal in welchem Alter und in welcher Position: Denn auch die Betriebe brauchen dringend mehr qualifizierte Fachkräfte.