Nationale Wasserstoffstrategie
"Der Staat muss dieser Zukunftstechnologie zum Durchbruch verhelfen"

Die heute von der Bundesregierung vorgelegte „Nationale Wasserstoffstrategie“ ist für die IG BCE ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimagerechten Transformation der Industrie.

Wasserstoff
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Vor allem die energieintensiven Industrien und die Mobilitätswirtschaft, in denen die IG BCE Hunderttausende Beschäftigte vertritt, werden in den kommenden Jahrzehnten auf Wasserstoff angewiesen sein, wenn sie den Klimazielen gerecht werden und gleichzeitig gute Arbeit und hohe Wertschöpfung sicherstellen sollen. Das gilt vor allem für die Chemieindustrie, die zum bundesweit größten Wasserstoffnutzer aufsteigen dürfte. Gleichzeitig spielt Wasserstoff eine entscheidende Rolle für die Energiewende – als Speicher für Strom aus Wind und Sonne. Wasserstoff ist also der Schlüssel zur CO2-Minderung.

„Der Staat muss dieser Zukunftstechnologie zum Durchbruch verhelfen, der Markt allein wird es nicht richten“, sagt der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis. Dazu seien Entwicklungs- und Investitionsaufwände heute noch zu hoch. „Wer Klimaneutralität anstrebt und gleichzeitig den Wohlstandsgaranten Industrie im Land halten will, der kommt um Wasserstoff nicht herum“, betont Vassiliadis.

Das nun vorgelegte Paket aus Förderungen für den Hochlauf im Inland, internationalen Partnerschaften, Befreiung von der EEG-Umlage und Ausbau der Infrastruktur sei mit einem Volumen von 9 Milliarden Euro ein „weit hörbarer Startschuss“, so Vassiliadis. Für die weiteren Etappen dieses Langstreckenlaufs brauche es jedoch weitere Schritte. „Mit den in der Nationalen Wasserstoffstrategie formulierten Zielen werden wir 2030 ein Siebtel des dann benötigten Wasserstoffs im Inland selbst erzeugen. Das ist zu wenig“, sagte der IG-BCE-Vorsitzende.

Deutschland werde beim Kapazitätsaufbau schneller vorankommen müssen, wolle es sich nicht abhängig machen von Lieferungen aus dem Ausland. Es böten sich noch große Potenziale etwa bei der Verbindung von Offshore-Windenergie und Elektrolyseanlagen an der Küste oder auch beim Ausbau bestehender Chemie-Standorte auch zur Wasserstoffproduktion. „Wenn wir hier mehr Engagement an den Tag legen, können wir nicht nur Klimaschutz vorantreiben, sondern auch Technologieführerschaft und gute Arbeitsplätze mit Zukunft“, meint Vassiliadis.