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IX/26, 12.07.2005, Tarife/Papiererzeugende Industrie

Verhandlungen gescheitert - Schlichtungsverfahren eingeleitet

Gernsbach/Hannover. Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der papiererzeugenden Industrie in Baden-Württemberg sind am späten Montagabend (11. Juli) gescheitert. Jetzt greift das Schlichtungsverfahren, ein Termin steht noch nicht fest. Baden-Württemberg gilt als Pilotbezirk für den Tarifbereich Papier-West mit insgesamt 45 000 Arbeitnehmern.


Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt ist es nicht gelungen, in der Papierindustrie in freien Verhandlungen zu einem Ergebnis zu kommen. Die Arbeitgeber hielten stur und bockbeinig an ihren Maximalforderungen fest und waren nicht bereit, auf weit gehende Kompromissangebote der IG BCE einzugehen.

Werner Bischoff, im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE für die Tarifpolitik zuständig: „Das ist eine Riesenenttäuschung, gerade in der jetzigen Zeit ist ein derartiges Verhalten der Arbeitgeber ausgesprochen bedenklich. Sie wollten offenkundig zu keinem Kompromiss kommen, haben den Angriff auf die Einkommen ohne Rücksicht auf Verluste fortgesetzt. Die Arbeitgeber sollten die Folgen ihres Verhaltens bis zur Schlichtung noch einmal überdenken. Für einen fairen Kompromiss sind wir jederzeit zu haben, wir weichen einer Konfrontation jedoch nicht aus."

Zuletzt hatten die Arbeitgeber für die ersten acht Monate der Vertragslaufzeit eine Einmalzahlung von 150 Euro vorgeschlagen, danach sollte eine Vergütungserhöhung von 2 Prozent erfolgen. Die Gesamtlaufzeit sollte 20 Monate betragen. Dieses so genannte Angebot hat die gewerkschaftliche Tarifkommission als völlig unzureichend einstimmig abgelehnt.

Eine Kürzung der Löhne und Gehälter ist mit der IG BCE ebenso wenig zu machen wie eine generelle Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die IG BCE fordert eine angemessene Erhöhung der Einkommen.

Die Schlichtungsordnung in der papiererzeugenden Industrie kennt nicht die Einrichtung eines neutralen Schlichters, die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber verhandeln paritätisch.

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